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ARR® Zentrum für
Anatomisch Richtiges Reiten

Rittorpweg 57, 47574 Goch
Deutschland
 
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Sitzt, passt, wackelt und lässt keine Luft...

Der Begriff Gurtzwang wird gemeinhin mit den Folgen von zu schnellem Angurten beim ersten Auflegen des Sattels verbunden. Doch obwohl sich im Bereich des Sattelbaus in den letzten Jahrzehnten eine Menge getan hat und auch das Bewusstsein für die Bedeutung eines passenden Sattels und des sorgfältigen Gurtens sich zum Positiven gewandelt hat, ist Gurtzwang bei unseren modernen Reitpferden aller Rassen leider kein seltenes Phänomen. Bei genaueren Nachdenken erstaunt das nicht. Was, wenn die Ursache für den Gurtzwang bei einer Vielzahl der Pferde im Absinken des Rückens begründet liegt?

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Moderne Pferde mit dem Rücken zur Wand

Zu den vielen Gesetzmäßigkeiten der Arbeit unter dem Sattel, deren Hintergrund vielen Reitern und sogar Ausbildern nicht vertraut ist, gehört, dass Pferde «über den Rücken» gehen müssen.

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Fachartikel: Raus aus der Reha, ran an das Training!

Mit viel Geduld hat man seinem Pferd Zeit gegeben, sich von einer Krankheit oder einer Verletzung zu erholen. Dann endlich gibt der Tierarzt nach einer Kontrolluntersuchung grünes Licht für die Reha-Phase. Die Freude ist groß – die Verunsicherung genauso.

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Info-Flyer

Der Flyer mit vielen Informationen rund um das Zentrum für Anatomisch Richtiges Reiten ARR.

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Katjas Blog

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Bewegungsabläufe in der Volte (Zeichnung: Renate Blank)

When you know better, you do better

13. September 2019

Ich bin ein großer Fan von Oprah Winfrey. Eines ihrer Lieblingszitate lautet: „When you know better, you do better” – Nur wenn du es besser weißt, kannst du es auch besser machen.

Auch auf den Reitsport bezogen hat dieser Satz für mich eine riesige Bedeutung. Dem Lebewesen Pferd in seiner Gänze gerecht zu werden bedeutet, dass man sich viel Wissen aneignen muss. Wissen über die Natur des Pferdes, seine Urgenetik, seine Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Hat man sich mit diesen Aspekten befasst, kann man beurteilen, ob Haltung, Fütterung und Umgang für ein Pferd angemessen sind. Die Pferdeausbildung sowie das Training von Pferden in einer Reitweise bzw. -disziplin ist jedoch nochmal ein anderes Pflaster. Hierfür reicht es nicht das Wesen des Pferdes zu verstehen, sondern es braucht grundlegendes Verständnis über Bewegungsabläufe und Biomechanik.

Beobachtet man landläufig typischen Reitunterricht, beispielweise im Dressurreiten, hört man immer wieder die gleichen Kommandos und Korrekturen. „Reite an der nächsten langen Seite eine Volte“, ist so ein Beispiel. Das Pferd wird am auserwählten Punkt dazu gebracht einen kleinen Kreis zu drehen, der wieder auf dem Hufschlag endet. War der Kreis halbwegs rund, blieb der Takt erhalten und konnte der Reiter das Ausbrechen des Pferdes über den äußeren Zügel „festhalten“, sind die meisten Trainer zufrieden. „Hände tief, etwas mehr Stellung und mehr inneres Bein damit der Schwung erhalten bleibt“ – hört man dann manchmal noch als Ratschlag fürs nächste Mal.
Dem Reiter wird beigebracht „wie“ man eine Volte reitet – also mit welcher Abfolge und Hilfengebung er das Pferd dazu bringt im Ergebnis einen (halbwegs) runden Kreis zu gehen.
Die viel entscheidendere Frage aus meiner Sicht ist jedoch: „Warum“ reite ich eine Volte? Die Antwort auf diese Frage öffnet einem dann auch die Tür zur wirklich korrekten Umsetzung.

Was ist eigentlich der gymnastische Wert der einzelnen Hufschlagfiguren, die wir im Dressurunterricht so vor uns hin reiten und die dann auf dem Turnier entsprechend ihrer Ausführung benotet werden? Warum reitet man eine Volte, also einen kleinen 8-12m umfassenden Kreisbogen? Viel von diesem Wissen ist im Laufe der Zeit verloren gegangen bzw. wird dem heutigen Reiter im Training nicht mehr vermittelt. Dabei hat das alles seinen Sinn und Ursprung. Die Volte, genau wie die Schlangenlinie, der Zirkel und das „aus der Ecke kehrt“ haben beispielsweise eine gemeinsame Basis: Die Diagonale des Pferdes.
In der korrekt gerittenen Volte, trägt das Pferd ausgehend von seiner Stellung und Biegung, die zu einer angehobenen inneren Schulter führen, seine Last auf dem äußeren Hinterbein. Dadurch ist der Weg frei für das innere Hinterbein in den Schwerpunkt zu treten. Der Rücken schwingt nach oben und der Reiter kann die Kraft der Hinterhand unter seinem inneren Sitzbeinhöcker spüren. Das Pferd tritt durch die Biegung an den verwahrenden Schenkel und äußeren Zügel heran. Die Betonung liegt dabei auf dem Herantreten – das Pferd sucht den äußeren Zügel, nicht umgekehrt. So ausgeführt beinhaltet die Volte sowohl das Element des Schulterhereins als auch des Travers.(Quelle: Die Kraft der Diagonalen, Müller Rüschlikon Verlag)

Bin ich mir als Reiter dieser Zusammenhänge bewusst, wird mir schnell klar, wieviel Bedeutung diesem kleinen Kreis und der vermeintlich „einfachen“ Aufgabe „Reite eine Volte“ eigentlich zuzuschreiben sind. Und dann wird auch klar, dass die Volte nicht das Endziel sein kann, sondern ein Mittel zum Zweck – eine Gymnastik zur Stabilisierung der Diagonalen im Pferd.
Nicht umsonst trägt das aktuelle Buch von Gabriele Rachen-Schöneich und Klaus Schöneich den schönen Titel „Die Kraft der Diagonalen“. Auch die Bedeutung der Volte wird hier tiefgreifend und vollumfänglich erläutert.

Vor diesem Hintergrund kann ich an die reiterliche Aufgabe anders ran gehen, kann mir Gedanken machen über den Einfluss von Sitz und Einwirkung und kann nach Vollendung der Volte fühlen, ob ich den gymnastischen Zweck erfüllt habe oder nicht.
So durchdacht und ausgeführt, steuert jede korrekt gerittene Volte ihren Teil zur langfristigen Gesunderhaltung des Pferdes bei. Das allein sollte Anreiz sein, mich tiefgehend mit der Materie auseinander zu setzen und mir das Grundwissen darüber anzueignen. When you know better, you do better – zum Wohle des Pferdes.


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