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ARR® Zentrum für
Anatomisch Richtiges Reiten

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Sitzt, passt, wackelt und lässt keine Luft...

Der Begriff Gurtzwang wird gemeinhin mit den Folgen von zu schnellem Angurten beim ersten Auflegen des Sattels verbunden. Doch obwohl sich im Bereich des Sattelbaus in den letzten Jahrzehnten eine Menge getan hat und auch das Bewusstsein für die Bedeutung eines passenden Sattels und des sorgfältigen Gurtens sich zum Positiven gewandelt hat, ist Gurtzwang bei unseren modernen Reitpferden aller Rassen leider kein seltenes Phänomen. Bei genaueren Nachdenken erstaunt das nicht. Was, wenn die Ursache für den Gurtzwang bei einer Vielzahl der Pferde im Absinken des Rückens begründet liegt?

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Moderne Pferde mit dem Rücken zur Wand

Zu den vielen Gesetzmäßigkeiten der Arbeit unter dem Sattel, deren Hintergrund vielen Reitern und sogar Ausbildern nicht vertraut ist, gehört, dass Pferde «über den Rücken» gehen müssen.

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Fachartikel: Raus aus der Reha, ran an das Training!

Mit viel Geduld hat man seinem Pferd Zeit gegeben, sich von einer Krankheit oder einer Verletzung zu erholen. Dann endlich gibt der Tierarzt nach einer Kontrolluntersuchung grünes Licht für die Reha-Phase. Die Freude ist groß – die Verunsicherung genauso.

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Fachaufsätze

Fachaufsätze

 

Die Bedeutung des inneren und äußeren Zügels beim geradegerichteten Pferd


Fachaufsatz von Gabriele Rachen Schöneich und Klaus Schöneich


Will man ein Ziel erreichen, kann es oft sehr hilfreich sein, auf alte Erkenntnisse zurückzugreifen. Zum Beispiel gibt es da einen alten und doch fast allen geläufigen Satz: «Der innere Zügel wirkt auf die äußere Hinterhand und der äußere Zügel wirkt auf die innere Hinterhand.»

Was fangen wir an mit dieser – na ja sagen wir mal: «alten Richtlinie»? Wie kriegen wir da die Abfolge beim täglichen Reiten hin? Wenn dann noch von unten kommandiert wird: «Nimm mehr äußeren Zügel, sonst rennt er dir über die Schulter hinaus!» Ja dann kommen wir ein-deutig in Schwierigkeiten, den oben genannten Satz umzusetzen – geschweige denn, die Zusammenhänge zu verstehen.


Grafik 1: Auswirkungen der natürlichen Schiefe des Pferdes. © Renate Blank

Wenn man diesen Ausführungen folgt, heißt das nichts anderes, dass man mit dem äußeren Zügel die Schiefe – also das Ausbrechen über die Schulter – festhalten soll oder will. Welch ein Kraftaufwand sich dabei entwickelt, muss jedem vernünftig denkenden Menschen einleuchten. Der Wunsch nach Losgelassenheit, nach Takt und Schwung geht verloren, die ersehnte Leichtigkeit verwandelt sich ganz langsam, aber sicher in Verspannung, Blockaden, Verkrampfung usw. und endet letztendlich im Frust.


Grafik 2: Die natürliche Schiefe unter dem Reiter. © Renate Blank

Das Bestreben eines jeden ambitionierten Reiters sollte folglich immer dahin gehen, seinen Partner Pferd in den Schwerpunkt des Körpers zu trainieren. Das wiederum geht nicht unter dem Sattel, da Geraderichten mit Gewicht im Rücken für das Pferd eine stark belastende Situation darstellt, da beispielsweise der Ausbruch über die Schulter multipliziert wird.

Also gehen wir logischerweise zurück zu den Anfängen, als man Pferde am Boden solange vorbereitete, bis sie sich im Schwerpunkt befanden und das bloße Tragen des Sattels keine negativen Reaktionen mehr auslöste. Es war die grundsätzliche Erfahrung, Pferde in zwei Stufen auszubilden.

Im Gegensatz dazu ist es heute fast normal, dass man ausschließlich in einer Stufe ausbildet, nämlich der Stufe 2, d.h. unter den Sattel nehmen, bevor sich das Pferd selbst trägt.

Was aber hat das mit dem inneren und äußeren Zügel zu tun?


Grafik 3: Lastverteilung beim Pferd. © Renate Blank

Vergleichen wir die Bilder: Die Diagonale des schiefen Pferdes bedeutet nichts anderes als dass der innere Zügel das Steuerelement, d. h. den Hals, festhält. Der äußere Zügel übernimmt das durch die Schiefe entstandene Übergewicht in der rechten Schulter. Auf Dauer wird dadurch ein unlösbares Problem eigeleitet: Verspannungen im gesamten Hals- und Brustbereich, einen tiefen Rumpf und damit Vorderlastigkeit sowie ein kaum Vorhandener Aufbau der Tragkraft. Hier entsteht der gefährliche Faktor der zu frühen Schubkraft.

Die Diagonale des geradegerichteten Pferdes bedeutet, der innere Zügel stabilisiert die positiv wirkende Diagonale: Die Last auf der rechten Schulter wird zurückgeführt auf das äußere Hinterbein, damit das innere Hinterbein Platz hat, um nach vorn zu treten.


Grafik 4: Wirkung des inneren Zügels auf das äußere Hinterbein. © Renate Blank

Der äußere Zügel kann nun mit feiner Einfühlung des Reiters aus dem Sitz heraus den Schwerpunkt kontrollieren. Das diagonale Vermögen der beiden miteinander Verbundenen – Pferd und Reiter – steigert die positive Zukunftserwartung.


Grafik 5: Vom inneren zum äußeren Zügel. © Renate Blank


Grafik 6: Das Herantreten an den verwahrenden Schenkel und an die äußere Hinterhand, die innere Hinterhand ist frei und kann nach vorn treten.

Innerer und äußerer Zügel haben als erstes die hohe Aufgabe in den Schwerpunkt zu führen, nachdem zunächst das Pferd am Boden gelernt hat, sich selbst zu tragen. Also trainieren und arbeiten wir in zwei Stufen. Stufe 1: Geraderichten am Boden, Stufe 2: Übertragen vom Bo-den in den Sattel. Der Weg in den Grundsatz:

«Alles was ein Pferd allein tun kann, gibt dem Reiter Raum für ein höheres Ziel.»


© Fotos Maresa Mader

 

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